Nach der sehr abenteuerlichen 12 StundenFahrt im Nachtbus sind wir endlich morgens um fünf in Yogykarta angekommen. ZumGlück hatten wir bereits telefonisch ein Homestay reserviert und konnten sofortins Bett fallen. Nachdem wir ausgeschlafen hatten sind wir durch die Stadtgezogen. WOW genauso hatten wir uns das vorgestellt! Die Stadt ist fürBackpacker mehr als gut geeignet. Überall sind Homestays, es gibt eine seeehhhrlange Straße die wie ein einziger Basar aufgebaut ist und die Menschen sindendlich mal entspannt und starren einen nicht an wenn man, dem Wetterentsprechend, etwas freizüger durch die Straßen läuft.
Unser Homestay, das Tiffa hat uns von Anfangan überzeugt! Zwar hatten wir wieder nur kaltes Wasser und von einerKlimaanlage war weit und breit nichts zu sehen, aber wir hatten WiFi und wirfühlten uns direkt wie in einer großen internationalen WG. Hier war immer waslos und auf dem Balkon trafen wir immer Backpacker die auch hier wohnten.
Den Schock von den ausgebuchten Zügen inBandung noch in den Knochen sitzend, sind wir direkt am ersten Tag losgezogenum Tickets zum nächsten Ziel (Banyuwangi) zu kaufen. Zum Glück kann manZugtickets in dieser Stadt nicht nur am Bahnhof, sondern auch im IndoMartkaufen und nochmal zum Glück haben wir einen netten Einheimischen kennengelerntder uns dabei behilflich war. Englisch ist leider nicht bei vielen Javanesenverbreitet und mit unseren drei Wörtern indonesisch hätten wir echt Problemegehabt dem Personal zu sagen was wir wollten. Die Strecke zu unserem nächsten Etappenziel war sehr weit und es gableider keine direkte Verbindung, also mussten wir zuerst nach Surabaya fahrenund von dort aus weiter nach Banyuwangi. Eine Fahrt die insgesamt 16 Stunden dauernsollte und um Geld zu sparen haben wir nicht die erste Klasse, sondern Economygebucht. Wie sich herausstellte ein RIESEN Fehler!!!
Für den nächsten Tag war der Besuch desBirdmarkets, des Sultanpalasts und des Wasserpalasts geplant. Der Sultanpalastwar mehr ein kleines Museum mit verschiedenen geschichtlichen Trachten undabsolut kein Muss. Der Wasserpalast war eine Baustelle und wir haben nichtwirklich was davon gesehen. Etwas enttäuscht machten wir uns auf den Weg zumBirdmarket, wo ich Vögel kaufen wollte um diese frei zu lassen. Nach dembuddhistischen Glauben soll man sieben Vögeln die Freiheit schenken, denn dannwerden die eigenen Sünden mit in den Himmel steigen. Doch der Besuch war einabsolut schockierendes Erlebnis! Nicht nur dass hier riesige Hähne in viel zukleinen Körben gehalten werden gibt es hier auch Nager, Reptilien und zuunserem Entsetzen auch Katzen und Hunde. Eingesperrt in Käfige, ohne Wasseroder Schatten und das bei ca. 37°C. Wir mussten den Markt sofort verlassen,denn unsere Emotionen und Tränen bahnten sich einen Weg nach außen und dasGefühl der Ohnmacht überwältigte uns.
In dieser Nacht startete unser Zug undwir besuchten vorher zum letzten Mal unsere Lieblingsbar „Hells Kitchen“ mitrockiger Livemusik.
Nicht nur Nachtbusse, sondern auchNachtzüge (besonders in der Economy Class) auf Java sind mehr als gewöhnungsbedürftig!Völlig fertig von dem Tag waren wir alle sehr müde und freuten uns auf ein paarStunden Schlaf im Zug. Doch zu früh gefreut! Als wir in den Zug einstiegen undunsere Plätze suchten, mussten wir zuerst über schlafenden Menschen auf denGängen steigen um schließlich Kakerlaken zu begrüßen die es sich auf unserenSitzen gemütlich gemacht hatten. Also bis oben einpacken um so wenig freieFläche mit den Sitzen oder den Kakerlaken in Berührung zu bringen und das ineinem Zug ohne Klimaanlage.An Schlaf war hier absolut nicht zu denken!
Auch der zweite Zug Richtung Banyuwangiwar nur unwesentlich besser, aber wenigstens wurden wir hier nicht vonKrabbeltieren von unseren Sitzen vertrieben ;). Eine interessante Geschäftsideeder Javanesen ist, mitten in der Pampa mit dem Zug stehen zu bleiben umfliegenden Händlern die Möglichkeit zu geben ihre Waren anzubieten. Da war vonEssen, über undefinierbares Essen bis hin zu Vögeln (!) alles dabei. Eigentlicheine ganz gute Idee, aber nach dem zehnten Stopp waren wir so entnervt, dasswir den Händlern ihre Waren am liebsten um die Ohren gehauen hätten!
Nach 16 unendlichen Stunden in Banyuwangiangekommen wollten wir nur noch eins, ein Homestay, eine Dusche und Essen!Unsere Begleiter wollten noch weiter mit der Fähre nach Bali, aber wir hattengeplant noch ein oder zwei Tage auf Java zu bleiben und etwas auszuspannen. Zufrüh gefreut… Diese „Stadt“ war so klein, dass es gefühlte 2 Homestays hatte.Eines viel zu teuer, das andere viel zu dreckig! Auch sonst gab es hier absolutnichts und unser SEHR merkwürdiger Taxifahrer hat uns dann die Entscheidungleicht gemacht ebenfalls mit der Fähre weiter nach Bali zu fahren. Auch wenndie Überfahrt nur ca. 30 Minuten dauerte waren sie für mich die Hölle! DieFähre war zwar sehr groß, aber die Wellen gaben sich alle Mühe mir die Fahrt sounangenehm wie möglich zu machen! Kein schöner Abschied von Java…
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