Zu Java habe ich ja während unseres
Aufenthalts schon einiges geschrieben, doch hier nochmal ein paar Zeilen:
Jakarta
Jakarta ist die dreckigste Stadt die wir
je gesehen haben! Dennoch hat sie einen ganz besonderen, eigenen Charme.
Mittlerweile vermisse ich sogar die riesen Löcher mitten im Bürgersteig,
weswegen man immer vor sich schauen sollte wenn man läuft ;).
Auch haben wir nach nur wenigen Tagen
gelernt wie man über eine der sechsspurigen Straßen kommt, nämlich rennen und
beten! (Wir haben Indonesien nicht als besonders Fußgängerfreundlich
kennengelernt…)
Auch wenn Jakarta in Sachen Unterkunft
ziemlich teuer ist, hat man hier gute Möglichkeiten Geld zu sparen, z.B. indem
man den öffentlichen Bus benutzt anstatt sich ein Taxi oder ein Tuk Tuk zu
nehmen. Denn dieser kostet nur 3.500 Rp, was umgerechnet ca. 30 Cent sind!
Wichtig hierfür ist allerdings ein Plan über alle Stationen der Stadt gepaart
mit einem Stadtplan oder der genauen Vorstellung wo man hin will. Doch auch das
kann manchmal in die Hosen gehen…
Hier ein paar Tipps zur erfolgreichen Nutzung
des öffentlichen Busnetzes in Jakarta:
Wenn die Busse nicht völlig voll sind
gibt es darin Männer- und Frauenareas, daran sollte man sich halten wenn man
nicht schief angeschaut werden will. Aber da die Busse meist hoffnungslos überfüllt
sind fällt das weg. Wichtig ist dann, lasst euch nicht zu weit von der Tür
wegdrängen! Denn die Busse halten nicht wirklich lange an den Haltestellen und
es kann schon mal passieren, dass ihr an eurer angepeilten Station nicht
aussteigen könnt und weiterfahren müsst, weil ihr einfach nicht aus dem Bus
kommt. Ebenso kann es passieren, dass aufgrund eines plötzlichen Verkehrschaos,
was in dieser Millionenmetropole mehrmals am Tag vorkommt, der Bus nicht die eigentliche
Route weiterfährt und euch irgendwo in Jakarta „rauswirft“.
Wenn das passiert ist ein Stadtplan Gold
wert! Uns ist das am ersten Tag in Jakarta passiert und hätten wir keinen Plan
dabei gehabt, würden wir jetzt noch durch die Stadt irren und unser Homestay
suchen ;). Aber sonst macht das Busfahren echt „Spaß“ und man kommt schnell mit
Einheimischen in Kontakt.
Noch ein Grund FÜR den Bus: Taxis und
Tuk Tuks sind oft völlig überteuert, besonders wenn man europäisch aussieht…!
Wichtig ist, nur Taxis zu nutzen die einen Taxometer haben und bei einer Fahrt
mit einem Tuk Tuk VORHER den Preis auszuhandeln! Sinnvoll wäre es, sich über
die üblichen Preise zu informieren, das geht oft in eurem Homestay, oder bei
netten Javanesen. Man sollte auch nicht davor zurückschrecken eine Fahrt
abzulehnen wenn es einem zu teuer vorkommt. Das nächste Fahrzeug kommt
garantiert ;)
Was uns auch aufgefallen ist, die
meisten Javanesen tragen ihre Rucksäcke vorne am Körper, denn bei dem Gedränge
was oft herrscht merkt man nicht wenn sich jemand an eben diesem bedient.
Obwohl wir diesbezüglich keine schlechten Erfahrungen mit den Menschen dort
gemacht haben, haben wir uns angepasst um kein Risiko einzugehen.
Was man jedoch bedenken sollte wenn man
nach Java reist ist, dass dies ein muslimisches Land ist und sich
dementsprechend ein wenig anzupassen. Da wir direkt von Bali kamen waren wir
diesbezüglich verwöhnt und haben nicht gedacht, dass es sooo krass ist. Auch
wenn einige einheimische Frauen sich nicht an die „Kleidervorschriften“ halten,
hatten wir oft das Gefühl, besonders schief angeschaut zu werden wenn bei uns
eine Schulter oder ein Knie zu sehen war. Auch der Besuch des größten (?)
asiatischen Freizeitparks mit Schwimmbad in Jakarta hat uns nur allzu deutlich
vor Augen geführt das der Hauptteil der Bevölkerung muslimisch ist. Gestresst
vom Flug und der Suche nach einem Homestay, wollten wir uns im Atlantis von der
Hitze und dem Gedränge der Stadt erholen. Naiv wie wir waren dachten wir „die
Schwimmbäder hier sind die wie in Europa“ und sind mit unseren Bikinis ( also
ich, Mone hatte ihren vergessen) losgefahren und waren etwas geschockt, als wir
das Schwimmbad betraten. Nicht nur von den Menschenmassen die sich hier
drängten, auch von den Badebekleidungen der Besucher. Die Männer trugen Shorts
und Shirts und die Frauen Ganzkörperbadeanzüge.
Also schnell improvisieren! Mone kaufte
sich im Hauseigenen Shop eine Short und ich trug über meinem Bikini mein Shirt.
Aaaaaber, das war nicht genug!!! Wir wurden begafft, man sprach über uns (auch
weil wir die einzigen Touristen im ganzen Schwimmbad waren) und es wurden von
Minute zu Minute unangenehmer. Hinzu kam noch, dass das Wasser alles andere als
erfrischend war und man von Entspannung und Erholung meilenweit entfernt war! Also
hatten wir nach zwei Stunden genug und machten uns auf den Weg zurück ins
Homestay, wo uns dann 12 Stunden Schlaf erwarteten.
Am zweiten Tag in Jakarta sind wir mit
dem Bus nach Kota, der Altstadt gefahren. Nach der Busfahrt und einem nahenden
Kreislaufkollaps aufgrund der Enge im Bus (was allerdings auch außerhalb des
Busses nicht wirklich besser wurde) sind wir am Marktplatz von Kota angekommen.
Hier standen einige Gebäude die wir uns ansehen wollten, was sich jedoch als
schwierig herausstellte da hier gerade ein riesiger Markt war. Witzig war
allerdings, dass wir fünf Mal von indonesischen Schülern angesprochen wurden
die alle ein Interview mit uns machen wollten (war wohl eine Hausaufgabe),
danach folgte immer das obligative Erinnerungsfoto.
Als wir endlich einen Platz gefunden
hatten wo wir uns kurz ausruhen wollten, kamen gefühlte 50 Leute, die ein Foto
mit uns machen wollten. Weiße sind hier eher selten, auch wir haben nur sehr
wenige Touristen gesehen.
Danach wollten wir zum Hafen und
selbstbewusst wie wir sind, sind wir mit unserer Stadtkarte losgelaufen.
Natürlich haben wir uns prompt verlaufen und sind in Jakartas Slums gelandet.
Was wir dort gesehen haben werde ich jetzt hier nicht weiter ausführen, denn es
war einfach schrecklich!!!
Am dritten Tag haben wir vor unserer Abfahrt noch
schnell ein paar Sehenswürdigkeiten besucht und dann nix wie los zum Bahnhof in
Richtung Bandung. Die Zugfahrt war nicht nur billig (80.000 Rp) sondern auch
relativ angenehm, denn wir fuhren in der ersten Klasse (wie sich herausstellte
hätten wir das immer tun sollen!).
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